Fahrt ins Blaue

oder - Nomen est Omen. Denn der Himmel versprach bestes Ausflugs-wetter, als der Bus der Firma Langenbucher am 1. September mit 33 Reiselustigen in Richtung des östlichsten Landkreises im bayrischen Regierungsbezirks Schwaben, Aichach-Friedberg, startete.

 

Wobei der Ausdruck „Fahrt ins Blaue“ ja nicht für blauen Himmel steht, wie man meinen möchte, sondern für ein unbekanntes Ziel.

 

Außerdem, so wusste Fahrer Günther zu berichten, wurde früher viel Lein angebaut und wenn die Menschen im Sommer ihre Ausflüge machten, blühte die Pflanze blau. Aha.

 

„Blaublütiges“ versprach auch das Wasserschloss, genannt Sisi-Schloss, in Unterwittelsbach. Herzog Max in Bayern, Elisabeths Vater, erwarb das Schloss1938 als Sommersitz. Sisi verbrachte hier unbeschwerte Kind-heitstage. 

 

Das Thema der diesjährigen Ausstellung dort lautet  „Imperiale Kostbarkeiten – Kaiserin Elisabeth zwischen Diät und Gaumenfreuden“. Menues, kostbares Porzellan, edle Gläser und aufwändige Bestecke, dazu wunderbare Kleider der österreichischen Kaiserin, tauchen die Besucher ein, in die Welt der Tafelkultur am Hof der Habsburger. Bei der äußerst kurzweiligen, 1-stündigen Führung, war viel über die echte „Sisi“ zu erfahren – und ja, sie schreibt sich nur mit einem „s“ in der Mitte und hat mit der „Film-Sissi“ (verkörpert durch Romy Schneider) so gar nichts zu tun.

 

Nach einem opulenten Mittagessen im Waldgasthof „Burghof“ in Ober-wittelsbach ging es dem  nächsten Ziel, dem Klostermühlenmuseum Thierhaupten entgegen. Das Gebäude,  rund 500 Jahre alt, diente bis 1959 als Getreidemühle. Seit 1997 ist die einstige Reitermühle Museum.

Auf 5 Etagen werden die verschieden Techniken der ehemals vier kloster-eigenen Mühlen Thierhauptens aufgezeigt. Getreidemühle, Ölmühle, Papier- und Sägemühle. Besonders die Papiermühle wird einigen in Erinnerung bleiben. Durften sie doch dort ihr eigenes Büttenpapier schöpfen.

 

Um viele Erkenntnisse reicher und nach einem Abstecher ins neue Café Abt, wurde der Landkreis Heidenheim wieder angesteuert, wo im Gasthaus Mohren in Stetten Abendeinkehr war.

 

Der einzigen Wehrmutstropfen an diesem Tag war, dass Irmgard Kolb, die den Ausflug geplant hatte, nicht mehr dabei sein konnte.  Ingrid Chodura bedankte sich posthum bei ihr und bei Heidi Junginger, die die weitere Organisation übernommen hatte. Busfahrer Günther erhielt für seine umsichtige Fahrweise Lob und eine kleine Anerkennung.