Albbote, 08. November 2018

 

 „Wie Phönix aus der Asche“

 ein prachtvoll leuchtendes Konzert in der Hungerbrunnenhalle

 

Feuerfarben begrüßten die Zuhörer im Saal: In der kunstvollen Gestaltung des Raumes, in den Kleidern der Sängerinnen und Sänger und in der Klang-welt, die an dem Abend real wurde.
In der Hungerbrunnenhalle in Heuchlingen ließ die Chorgemeinschaft Dettingen Heuchlingen an diesem Abend den Phönix aus der Asche steigen. Und es gab bis zum Ende viel Feuer. Und wenig Asche.

Die Young Voices, unter der sicheren Leitung von Evgenia Mecencev und begleitet von Veronika Weinmann am Klavier, ließen erste Flammen auf-flackern: Vier gut gewählte Stücke bildeten ein Feuerwerk. Den gleichnam-igen Titel, ließen sie mit hellen, klaren Stimmen leuchten. Den Schlusspunkt setzten sie mit „Nothing is over“ von Samu Haber. Diese Young Voices sind ein lebendiges Zukunftsprojekt und mögen so lebendig perlen wie ihr Spiel.

Mit „Ihr von morgen“ begann entsprechend das Programm des gemischten Chores gefolgt von einem der Highlights des Abends: „Thousand beautiful  things“ von Annie Lennox -mit einem kraftvoll- dynamischen Solo von Birgit Metzger. Chor und Solistin zauberten die feine Atmosphäre dieser tausend schönen Dinge nuancenreich. Auch Alexandra Junginger bot zwei übe-rraschend starke Soli in englischen Stücken und ließ sie nicht nur musikalisch authentisch klingen, sondern traf auch sprachlich ins Schwarze. Düster-schön und nicht minder gekonnt klang „Über allen Wipfeln ist Ruh´“. In der modernen Version als Filmmusik („Walküre“) erfordert das Stück dramatische Präzision - und die war präsent.

Markus Romes, der diesen Chor mit Einfühlung und Temperament leitete und das Programm zusammengestellt hatte, verlangte den Sängerinnen und Sängern Vieles ab. Spirituelle Stücke mit Gospeltouch wie „You raise me up“ oder „You are not alone“ wechselten mit Liedern aus dem Volksmusikbereich und Weltmusik. Die Volkslieder allerdings waren beeindruckende Neuver-sionen. „Die Gedanken sind frei!“ von Adrian Werum brachte den Text und die Melodie in eine brennende Aktualität, und diese trug das Chorensemble in den Raum. Ebenso wirkungsvoll wurde der Antikriegssong „Sag mir, wo die Blumen sind!“ von Pete Seeger als brennende Frage in Klangform gestellt. Und für den Bereich Weltmusik wäre „What a wonderful world!“ eines der Stücke, die den ZuhörerInnen so schnell nicht aus dem Gehör gehen werden; eine leichte und doch so tiefe Liebeserklärung an das Leben hört man selten. Feurig und lebensfroh klang das israelische „El HaDerech“ und am Ende, zum Feiern einladend „Was wollen wir trinken?“ Mit Conrad Schütze am Klavier, Max Braun am Bass, Georg Hesse an der Gitarre und Bernd Elsenhans an den Drums war dieser Abend ein Fest und die Einladung zum Feiern angemessen.

Abgerundet wurde der überraschend schöne Abend in der Hungerbrunnen-halle mit einer ganzen Reihe von Zugaben – die begeisterter Applaus hervorrief.

Man kann die Chorgemeinschaft Dettingen Heuchlingen für diesen stimmungs- und genussvollen Abend nur beglückwünschen, der bis hin zum kulinarischen Angebot wohl-organisiert und stimmig war.