Bericht der Heidenheimer Zeitung vom 4. April 2014

"Gospel liegt uns"

Großer Auftritt der Chorgemeinschaft

 

DETTINGEN "Gospel liegt uns", das habe Chorleiter Markus Romes bereits bei den Proben festgestellt. Und das Publikum in der vollbesetzten Peterskirche kam zu demselben Urteil. Stürmisch wurde die Chorgemeinschaft Dettingen-Heuchlingen gefeiert.

 

MARITA KASISCHKE

 

"Du bist das Licht" war der Titel des Gospelprogramms der Chorgemeinschaft, und damit war freilich ganz im Sinne des Gospels Gott gemeint, aber nicht nur: "Wir alle sind Licht", so Markus Romes zu Beginn des Konzerts: "Wir alle können leuchten und andere zum Leuchten bringen." Und das taten sie dann auch allesamt, er und seine Sängerinnen und Sänger aus Dettingen und Heuchlingen. Peter Maile am Klavier, Matthias Kehrle am Bass und Eddy Chichosz am Schlagzeug: Sie sangen und klangen in solcher Leuchtkraft, dass das Publikum hingerissen mitklatschte, mitsang und - ja, strahlte.

   Gospelkonzerte sind ja nun keine Seltenheit und da ist es schon eine schwierige Aufgabe, Lieder zu finden, die in dieser Angebotsfülle herausragend sein können. Markus Romes ist dies gelungen: Er hat es verstanden, feine Gospel-Raritäten aufzuspüren, und diese meisterlich auf seinen Chor zugeschnitten.

   Großartig das Klangvolumen zu welchem der Chor fähig ist, sehr beachtlich die Präzision in Tempo und Dynamik, die herausgearbeitet wurde, und sehr ansprechend die Freude, die die Sänger ganz offensichtlich bei ihrem Vortrag haben. Die übertrug sich auf das Publikum, und das gleich zum Auftakt des Konzerts, bei dem die Sänger zu "Siyahamba" zum effektvollen Trommelwirbel nicht nur im Licht Gottes, sondern auch in die Kirche einmarschierten, und erfuhr sodann ganz unterschiedliche Färbungen durch die vielseitigen Vorträge. Wie einen Ruf aus tiefster Not ließ der Chor ein tiefempfundenes "Lord hold me now" erklingen, wobei das Solo von Ingrid Chodura und Birgit Metzger tief unter die Haut gieng. Katja Schulz wartete ebenfalls mit einem sehr hörenswerten Solo auf in "Shine your light" und "See you in heaven", bei dem auch der Chorleiter selbst als Solist zu hören war.

   Von schwungvoll wie bei "You make me sing" oder "Make a joyful nois" - mit ganz entzückendem, erfreulichem Lärm wie Kichern, Glucksen, Schnarren, unter anderem von den "Young voices", dem Chornachwuchs, der immer wieder seinen Anteil an den Vorträgen hatte - bis hin zu schwermütiger Ergebenheit wie bei "I´m gonna wait for the Lord", bei dem die Last der Sklavenarbeit direkt spürbar wurde, rief der Vortrag die unterschiedlichsten Stimmungen hervor - mit andächtiger Stille, mit begeistertem Applaus.

   "When the saints go marching in", das hat man schon oft gehört, aber so noch nie:  In einem frischen Arrqngement, in unerhörtem Tempo, das die Heiligen bei ihrem Marsch gehörig herausgefordert hätte, prässentierte sich der Gospel-Klassiker neu und schmissig. Für das südafrikanische "Tshotsholosza" fehlen dem Chor eigentlich die Bässe - aber aus der Not wurde eine Tugend gemacht, indem Romes, der auch immer wieder als Solist zu hören war, einfach sämtliche Männerstimmen im Publikum generierte. "We are the world", der Michael-Jackson-Hit, vereinte abermals Publikum, Chorgemeinschaft und Band zu einem großen Ganzen, und am Ende der großartigen zwei Gospelstunden bab es stürmischen Applaus für das gelungene Konzert.